Nachteilsausgleich für Lernende mit Behinderung

Menschen mit Behinderungen können in der Ausbildung Opfer ungleicher Behandlung werden, wenn ihren besonderen Bedürfnissen nicht Rechnung getragen wird. Bei der Wahl eines Berufs soll darauf geachtet werden, dass die individuellen Stärken eingebracht werden können und sich die Schwächen nicht allzu negativ auswirken.

Die Rahmenbedingungen gelten für alle Ausbildungen und Qualifikationsverfahren, die in den Bereich der beruflichen Grundausbildung fallen, einschliesslich der Berufsmaturität).

Massnahmen können u.a. bei folgenden Behinderungen getroffen werden: Dyslexie, Dyskalkulie, Aufmerksamkeitsdefizit mit oder ohne Hyperaktivitätsstörungen (AD(H)S) und/oder andere Defizite (Sehbehinderung, partielle Gehörlosigkeit und andere) (diese Aufzählung ist nicht abschliessend).

Ein Nachteilsausgleich kann gewährt werden, wenn die Art der Behinderung die Ausübung eines Berufes nicht verhindert oder erheblich beeinträchtigt. Fehlende Kenntnisse in der betreffenden Branche oder in der Unterrichtssprache berechtigen nicht zu einem Ausgleich.

Wenn eine Fördermassnahme notwendig erscheint, obliegt es der Person in Ausbildung und seinen gesetzlichen Vertretern die notwendigen Schritte bei der Berufsschule und/oder beim Ausbildungszentum (üK) einzuleiten. Der Ausbildungsbetrieb muss zuvor informiert werden.

Damit Lernende in den Genuss eines Nachteilsausgleichs kommen, ist jeweils ein Gesuch für Massnahmen während der Lehre (Begleitmassnahmen und Hilfsmittel) und ein Gesuch für Massnahmen während des Qualifikationsverfahrens (QV) einzureichen. Im Rahmen des QV wird ein Nachteilsausgleich nur gewährt, wenn trotz Fördermassnahmen während der Lehre das Bestehen der Lehrabschlussprüfung vom Rahmen und/oder von der Form der Prüfungsdurchführung abhängig ist.